Bericht vom 21. Sportkreistag in Kocherstetten

21. Sportkreistag in Kocherstetten
Stehende Ovationen für Erich-Hans Dietz - Barbara Eckle ist die neue Sportkreispräsidentin

Beim Sportkreistag am vergangenen Freitag in der Kelter in Kocherstetten stand Sportkreispräsident Erich-Hans Dietz nach 17-jähriger Amtstätigkeit nicht mehr zur Wiederwahl. Seine Nachfolge wird Barbara Eckle, bisherige Vizepräsidentin, antreten.
Landrat Dr. Matthias Neth betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft und Förderung von Tugenden wie Teamgeist und Kompromissbereitschaft. Dies unterstützen die Sportvereine und leisten insbesondere einen großen Beitrag bei der Integration von Flüchtlingen, da Sport international ist und keiner Sprache bedarf. Den Sportkreis Hohenlohe lobte er als Musterfigur und Idealbild eines Sportkreises, wozu Erich-Hans Dietz in den vergangenen 17 Jahren seinen maßgeblichen Anteil hatte. Dafür bedankte sich Landrat Dr. Neth beim scheidenden Sportkreispräsidenten.
Bürgermeister Stefan Neumann überbrachte dem Sportkreistag als einen der Fixpunkte im Veranstaltungskalender, die Grüße der Stadt Künzelsau. Mit Erich-Hand Dietz geht nun eine Ära zu Ende. Er dankte Erich-Hans Dietz für seinen großen Einsatz, sein Herzblut, seine Ideen, seine Hartnäckigkeit und Ausdauer um seine Ziele zu erreichen, das genau sind die Tugenden die im Sport notwendig und gefordert sind.
Landtagsabgeordneter Arnulf von Eyb dankte den zahllosen ehrenamtlichen Mitarbeitern für die Unterstützung des Sports. Die Bedeutung des Sports in der Gesellschaft ist unschätzbar hoch, denn Sportreiben und die Mitgliedschaft in einem Verein tragen nicht unerheblich dazu bei, Kindern und Jugendlichen den rechten Weg zu leiten. Jugendliche entscheiden sich überwiegend bei ihrer Freizeitgestaltung für die Ausübung von Sport und geben ihm, trotz zahlreicher Angebote kultureller Organisationen oder ehrenamtlicher Tätigkeiten, den Vorzug.
Der Vertreter des SC Kocherstetten, Michael Schlipf, begrüßte die Gäste in der Sporthalle des Vereins, stellte den Verein und dessen zahlreiche Angebote für Freizeit und Sportausübung vor. Mit seinen 13 Sportgruppen bietet der Verein eine große Bandbreite für Jedermann, vom Kleinkind bis zu den Senioren. Zahlreiche vereinseigene Veranstaltungen und Aktivitäten richtet der Verein während eines Jahres aus. Er dankte im Namen des Vorstands Erich-Hans Dietz und den zahlreichen Helfern für die Unterstützung bei der Ausrichtung der Veranstaltung des Sportkreistags.
Manfred Pawlita, Vizepräsident des Württembergischen Landessportbundes begrüßte die Teilnehmer mit „liebe Sportfreunde“, denn so seien alle Anwesende angesprochen. Er überbrachte Grüße des Präsidenten Andreas Felchle, der heute an einem weiteren Sportkreistag im Land teilnimmt. Als Vertreter des WLSB freue sich aber Hauptgeschäftsführer Heinz Wolfgang Mörbe am Sportkreistag in Hohenlohe dabei zu sein.
In seinem anschließenden Impulsreferat das durch eine Powerpoint-Präsentation mit Fakten und Zahlen veranschaulicht und verdeutlicht wurde, sprach Manfred Pawlita über das Thema „Sport in der Mitte der Gesellschaft“ und wie sich der Sport seiner gesellschaftlichen Aufgabe stellt. Lebenslanges Sporttreiben fängt im Kleinkinderalter an, deshalb sei es enorm wichtig, dass die Vereine die Kooperationen Kindergarten – Verein und anschließend die Kooperationen Schule – Verein wahrnehmen. Der gemeinnützig organisierte Sport in Deutschland ist einmalig in der Welt, unser Verständnis von der Ausübung des Ehrenamts findet man so nirgends mehr. Außer der Förderung der Gesundheit leistet die organisierte Sportausübung einen Beitrag als Schule der Demokratie. Ohne öffentliche Unterstützung ist die Fülle der Aufgaben durch Vereine, Fachverbände und Sportbünde aber nicht zu leisten. Der fraglos hilfreichen finanziellen Unterstützung des Staates stehen allerdings immer wieder erschwerende Gesetzgebungen gegenüber. Beispielgebend nannte Manfred Pawlita das Kinderschutzgesetz, die zahlreichen Steuer- und Finanzverordnungen, Bestimmungen des Wirtschaftskontrolldienstes, die fast unübersichtlichen GEMA-Tarife oder die Mindestlohnverordnung, die nicht deutlich zwischen Ehrenamt und Berufstätigkeit differenziert. Bürokratieabbau und damit die Förderung des Ehrenamts muss immer wieder deutlich von Verantwortlichen und allen Beteiligten gefordert werden. Neue Gesetze sind immer auf die Auswirkungen für ehrenamtlich Tätige zu prüfen, damit die Freude am Ehrenamt nicht genommen wird. Das Wichtigste beim Sportangebot aber ist die Qualität in jeder Hinsicht, angefangen von der Qualifizierung der Trainer und Übungsleiter bis hin zur Verfügung Stellung angemessener Räumlichkeiten und Sportstätten.
Zahlreiche weitere Ehrengäste waren zum Sportkreistag gekommen:
Landtagsabgeordneter Anton Baron, Irmgard Kircher-Wieland und Dieter Gebert als Vertreter ihrer Fraktionen im Kreistag, Jan Philippiak von der Heinz Ziehl Stiftung, Bürgermeister Martin Piott, Gudrun Kern, Staatliches Schulamt, Klaus Ranger und Susanne Kugler vom Sportkreis Heilbronn, Volker Silberzahn und Karlheinz Moschüring, sowie Hermann Grieser vom Sportkreis Bad Mergentheim, Raphael Posch als Vertreter der Sparkasse Hohenlohekreis, Emil G. Kalmbach, Wilhelm Püngel, Fachverbandsvertreter Tanzsport, Bernd Bauer, Walter Oechsle, Lothar Kropf, Silvia Berger, Walter Danner und Werner Fischer, Kurt Gesper sowie Marc Schmerbeck, Sportredakteur der Hohenloher Zeitung.
Der Posaunenchor Kocherstetten eröffnete den Sportkreistag und begleitete die Totenehrung. Das Rahmenprogramm gestalteten sportlich die Turnmädchen des SC Kocherstetten und die Jazztanzgruppe „Dance Inspiration“ mit einer attraktiven Darbietung aus dem Musical „A Chorus Line.“
Von den 98 Vereinen, die dem Sportkreis und dem WLSB angehören, waren 44 Vereine (45 %) bei der Hauptversammlung vertreten. Diese Zahl liegt im Durchschnitt vergangener Sportkreistage. Von 38 Fachverbänden waren leider nur 6 Fachverbandsvertreter anwesend. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein am Sportkreistag teilzunehmen, sagte Erich-Hans Dietz. Es müsse doch auch bei Verhinderung des Vorsitzenden eines Verbands oder Vereins möglich sein, einen Vertreter zu beauftragen.
Nach den durchgeführten Wahlen mit jeweils einstimmigen Ergebnis, gehören künftig dem Sportkreispräsidium an:
Barbara Eckle, Präsidentin, Gerhard Rudolph, Vizepräsident, Doris Baumann, Vizepräsidentin, Bianca Vogel, Vizepräsidentin, Raphael Posch, Finanzreferent, Doris Baumann, Integrations- und Migrationsbeauftragte, sowie Petra Hofmann, Sportkreisjugendleiterin
In den Sportkreisvorstand wurden gewählt:
Martin Hirn, Eva Schmierer, Andreas Hehn (jeweils Vertreter der Vereine), Erwin Bergmann (Vertreter Fachverband Turnen), Jürgen Wacker (Vertreter Fachverband Schützen), Daniel Limbacher (Vertreter Fachverband Fußball), Angelika Specht (Vertreterin der Sportjugend), Thomas Berendt (Sportabzeichenreferent), Elke Danner (Referentin für besondere Aufgaben – Schulsportkoordinatorin/Sportjugend), Barbara Eckle (Referentin für besondere Aufgaben – Senioren), Günter Rammhofer, Timmy Sarantoudis und Axel Fritz Meinikheim (Wiederwahl) und Ralf Bantel (Neuwahl) wurden zu Kassenprüfern gewählt.
Ehrungen:
Sportkreispräsident Erich-Hans Dietz und der Vertreter des WLSB, Manfred Pawlita, würdigten die Verdienste im Verein und Sportkreis und das langjährige ehrenamtliche Engagement von Doris Baumann und Elke Danner mit der Verleihung der WLSB-Ehrennadel in Gold. Werner Fischer, Mitglied im Sportkreisjugendgremium, wurde mit der Ehrenmitgliedschaft des Sportkreises für seine Verdienste geehrt. Seit sage und schreibe 50 Jahren ist Werner Fischer in der Jugendarbeit ehrenamtlich tätig! Den Geehrten ein herzliches Dankeschön für ihren vorbildlichen Einsatz und herzliche Glückwünsche zu den verdienten Auszeichnungen.
Manfred Pawlita verabschiedete Erich-Hans Dietz mit der Frage, warum sich manche Menschen mehr als andere ehrenamtlich engagieren. Die Antwort findet sich bei Erich-Hans Dietz bereits darin, den Beruf des Pädagogen gewählt zu haben. Sein Wille Sinnhaftes und Sinnstiftendes zu bewirken, sich einzumischen und eigene Ideen einzubringen, gepaart mit einer starken Persönlichkeit, brachten Erich-Hans Dietz Spaß und Freude an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Er war ein „Macher“ ohne große Worte! Großer Dank gebührt ebenfalls seiner Ehefrau, Ursula Dietz, für 40 Jahre Rückhalt und Zurseitestehen. Dafür bedankte sich Manfred Pawlita und wies bereits darauf hin, dass der WLSB beim kommenden Landessportbundtag Erich-Hans Dietz mit der Ehrenmitgliedschaft auszeichnen wird.
Eine weitere Ehrung wurde Erich-Hans Dietz seitens des Sportkreises zuteil. Für seine außerordentlichen Verdienste und seinen Einsatz für den Sportkreis in den vergangenen 17 Jahren wurde ihm der Titel Ehrenpräsident des Sportkreises Hohenlohe verliehen.
Erich-Hans Dietz beschloss den 21. Sportkreistag mit einem Dankeschön an alle, die für das Gelingen der Veranstaltung mitverantwortlich waren. Sein besonderer Dank galt auch den Mitarbeitern im Sportkreisteam, die sich bereit erklärt haben, für eine neue oder eine weitere Amtsperiode ihre Kräfte in die Dienste des Sportkreises zu stellen. Ein herzliches Dankeschön ging an seine Familie ohne deren Hilfe und Unterstützung in all den Jahren, die Ausübung seines Amtes gar nicht möglich gewesen wäre.
Erich-Hans Dietz verabschiedete sich mit viel Wehmut, „aber 17 Jahre seien genug“. Es wurde viel erreicht und geleistet, immer im Hinblick auf das Wohl der Vereine. Der Sportkreis war sein Herzblut, er hat den Sportkreis mit viel Hingabe gelebt. Er bereut keine Minute, die er für die Arbeit im Sportkreis, die er stets gerne und mit viel Freude getan hat, aufgewendet hat. Die zahlreichen positiven Eindrücke und Momente, die er erlebt hat, möchte er nicht missen. Seine Tätigkeit gab ihm innerliche Befriedigung und Festigung.
Nun gibt Erich-Hans Dietz seine seitherige Arbeit in andere Hände ab, verbunden mit dem Wunsch, dass diese vom neuen Präsidium und dem neuen Vorstand mit großer Zuversicht und Engagement weitergeführt wird. In der Veränderung liegt auch die Zuversicht zu Neuem. Gemäß den Worten des spanischen Philosophen Yugo „liegt in jedem Ende ein neuer Anfang.“ In diesem Sinne übergab Erich-Hans Dietz an seine Nachfolgerin Barbara Eckle. Sie schloss sich den Dankesworten ihres Vorgängers an.
Der neue Sportkreisvorstand wird nun in Kürze seine Arbeit aufnehmen und engagiert angehen.
Zum Schluss wünschte sie allen Teilnehmern des Sportkreistages ein schönes Wochenende und einen guten Nachhauseweg.
                                                    (bulik)