Chronik des Sportkreis Hohenlohe e.V.

1946 – 2017
71 Jahre Sportkreis Hohenlohe

71 Jahre Sportkreis Hohenlohe-Öhringen oder Sportkreis Öhringen/Künzelsau und zuletzt Sportkreis Hohenlohe. Versetzen wir uns zunächst gedanklich 71 Jahre zurück, in das Jahr 1946. Viele haben diese Zeit ja noch miterlebt. Deutschland hatte 1945 eine vernichtende Niederlage erlitten. Unser Land war besetzt und in Zonen geteilt. Durch Bomben- und Artillerieangriffe waren Städte zerstört und viele Dörfer hatten große Schäden erlitten.
Unzählige Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten strömten in unsere Gebiete. Fazit: Totaler Krieg, totale Niederlage, totale Machtübernahme durch die Siegermächte.
Auch im Sport begann die "Stunde Null". Trotz unglaublich großer Schwierigkeiten im Alltag, und obwohl es an allen Orten an Geräten, Ausrüstung, Kleidung und Übungsstätten fehlte, wurde das sportliche Leben in vielen Wohngebieten schon sehr frühzeitig wieder entfacht.

Es war dazu eine Lizenz des Truppenkommandeurs oder des Offiziers der amerikanischen Militärregierung erforderlich. In den Anfängen 1945 handelte es sich meist um ein freiwilliges turnerisches Element ohne Vereinsbasis, weil Wettkämpfe und Wettspiele sowie Vereinsgründungen erst später genehmigt wurden. Eine andere wichtige Voraussetzung war jedoch, dass Männer und Frauen vorhanden und bereit waren, die den Übungsbetrieb führen konnten und auch führen durften!
Ein langjähriger Idealist, Eberhard Eigenbrodt, bemühte sich verstärkt auf Kreisebene um die Wiederbelebung der Sportzellen. Als kommissarisch Beauftragter des damaligen Landessportverbandes lud er am 19. Oktober 1946 in die Krone nach Öhringen ein, wozu jedoch nur vier Vereine erschienen sind. Erst der zweite Anlauf, eine Woche später, hatte dann mehr Erfolg. Es waren 24 Vertreter aus acht Vereinen anwesend. In den ersten Sportkreisvorstand wurden Eberhard Eigenbrodt aus Öhringen als Vorsitzender berufen, Otto Bergter aus Pfedelbach zum Vize, Gustav Welisch aus Öhringen zum Schriftführer und Bernhard Tilli aus Öhringen zum Technischen Leiter.

Vom Altkreis Künzelsau war damals noch kein Echo zu vernehmen. Schließlich fand aber dann doch am 25. Januar 1947 die Gründung des Sportkreises Öhringen - Künzelsau statt, wobei auch ein neues Gremium, der Sportkreis-Ausschuss gebildet wurde. Persönliche Veränderungen ergaben sich aber erst ein Jahr später beim Sportkreistag im Januar 1948, an dem 70 Personen teilnahmen.

Der Sportkreis zählte inzwischen knapp 25 Vereine und 3000 Mitglieder. In dieser Anfangszeit kam es aber nicht nur zu einer Vielzahl von Vereinsneugründungen, sondern auch zu einer Fülle von Veranstaltungen, von denen mehrere jedes Jahr ihre Fortsetzung fanden. Darunter auch das "Hohenloher Bergfest" in Waldenburg, das von Bernhard Tilli bereits 1947 aus der Taufe gehoben wurde.

Mit der Neuorganisation in den Vereinen begannen auch die gemeinsamen Anstrengungen bei der recht mühevollen Erstellung von Sportstätten, sowie trotz finanziellen Nöten die für Aktive beschwerliche Anschaffung von Sportkleidung und der Kauf von Sportgeräten.

Beim Sportkreistag im März 1955, wozu die Vertreter aus 34 Vereinen mit 5570 Mitgliedern und 11 Sportarten eingeladen wurden, kam es zu einem Führungswechsel. Es begann nunmehr die Ära von Karl Weber, die lediglich durch eine einjährige gesundheitsbedingte Unterbrechung, in der Siegfried Grass die Verantwortung übernahm, bis zum März 1981 dauerte. Karl Weber stand insgesamt 25 Jahre lang an der Spitze unseres Sportkreises. Sein Nachfolger war anschließend für 12 Jahre Egon Netzer, von März 1993 bis November 2000 hieß der Sportkreisvorsitzende Alfred Schuster. Von November 2000 bis November 2017 stand Erich-Hans Dietz dem Sportkreis Hohenlohe als Präsident vor. Seit dem 17. November 2017 steht nun Barbara Eckle als Präsidentin dem Sportkreis vor.

Die Aufgabenverteilung mit dem Landessportbund, der organisatorische Aufbau der Sportselbstverwaltung in den Kreisen Öhringen und Künzelsau war inzwischen abgeschlossen. Und die Zusammenarbeit mit den Vereinen klappte vorzüglich. Zügig verlief auch die weitere Aufwärtsentwicklung. Die Vereins- und Mitgliederzahlen nahmen stetig zu. 1963 gehörten dem gemeinsamen Sportkreis Öhringen und Künzelsau schon 53 Vereine und 9000 Mitglieder an.
Danach folgte aus satzungsgemäßen Gründen im März 1966 die Trennung des gemeinsamen Sportkreises in eigene Sportkreise Öhringen und Künzelsau. 1972 nach der Bildung des Hohenlohekreises aufgrund der neuen Gebiets- oder Verwaltungsreform der erneute und problemlose Zusammenschluss der Sportkreise Öhringen und Künzelsau zum neuen Sportkreis Hohenlohe. In diesen sechs Jahren der Trennung gab es natürlich zwei eigenständige Gremien, dem im Sportkreis Künzelsau Dr. Horst Bossmann vorstand, während Karl Weber im Sportkreis Öhringen weiterhin den Vorsitz ausübte.

Die ansteigende Mitgliederkurve hielt an: 1978 gehörten schon 65 Vereine mit 22.000 Mitgliedern in 17 Sportarten dem Sportkreis an. 1987 standen 75 Vereine mit 26.600 Mitgliedern in 20 Sportarten zu Buche. Und 1996 registrierte der Sportkreis Hohenlohe 86 Vereine mit über 32.100 Mitgliedern in 29 Sportarten. Heute im Jahr 2017 sind es mittlerweile 98 Vereine in 38 verschiedenen Sportfachverbänden, die dem WLSB angehören. Außerdem kommen noch 6 weitere Fachverbände (Betriebssport, Gleitschirmfliegen, Kartsport, Kickboxen, Motorsport und Segelfliegen) hinzu, die dem WLSB nicht angehören. Insgesamt hat der Sportkreis laut WLSB-Daten Anfang 2017 36.445 Mitgliedern. 21.151 (58,04%) sind männliche, 15.293 (41,96%) davon sind weibliche Mitglieder. 8.247 sind Kinder im Alter  bis 14 Jahren, 2.943 sind Jugendliche von 14 Jahren bis 18 Jahren. Also sind 11.190 Jugendliche bis 18 Jahre in einem Sportverein.Dies entspricht eim Prozentsatz von 30,7%.

Im Hohenlohekreis sind aber noch weitere neun Clubs aus dem Krautheimer Stadtgebiet angesiedelt, die unverändert dem Badischen Sportbund angegliedert sind und denen insgesamt etwa 2.300 Mitgliedern angehören. Außerdem gibt es noch mindestens acht Vereine, die ohne WLSB - Mitgliedschaft in unserem Sportkreis geführt werden. Diese sieben Vereine besitzen zusammen etwa 1.400 Mitglieder.
Im Hohenlohekreis mit seinen 110.568 Einwohnern (Stand 31. März 2016) existieren demnach mindestens 114 Sportzellen mit etwa 40.145 Mitgliedern. Damit gehören im Hohenlohekreis etwa 36,5 % einem Sportverein an, also mehr als jeder dritte Bürger ist in einem Sportverein engagiert, aktiv oder passiv.

Die sechs größten Vereine sind im Jahr 2016 die TSG Öhringen mit 3.129 Beitragszahlern vor dem TSV Neuenstein mit 1.692 Mitgliedern, dem TSV Pfedelbach mit 1.410 Beitragszahlern, dem TSV Künzelsau mit 1.377 Beitragszahlern, sowie dem TSV Niedernhall mit 1.369 Beitragszahlern und dem TSV Kupferzell mit 1.239 Beitragszahlern.

Bei den sechs größten Sportarten steht Turnen mit 15.967 Personen in 46 Vereinen an der Spitze. Dahinter rangieren die Fußballer mit 10.560 Mitgliedern in 40 Vereinen, vor der Leichtathletik mit 2.346 Mitgliedern in 24 Vereinen, vor Tennis mit 2.300 Mitgliedern in 21 Vereinen, vor den Schützen mit 1.798 Mitgliedern in 14 Vereinen und vor Tischtennis mit 1.682 Mitgliedern in 21 Vereinen.

Die sechs ältesten Vereine sind die Schützengilde Öhringen mit dem Gründungsjahr 1520, die Schützengilde Künzelsau mit dem Gründungsjahr 1827, der TSV Künzelsau mit dem Gründungsjahr 1846, sowie die TSG Öhringen und die TSG Waldenburg jeweils mit dem Gründungsjahr 1848 und der TG Forchtenberg mit dem Gründungsjahr 1863.

Eine wichtige und vorzügliche Arbeit mit vielseitigen Aktivitäten wurde in den vergangenen sechs Jahrzehnten durch die Sportkreisjugend-Organisationen geleistet, die in dem 70-jährigen Zeitraum von Karlheinz Neuhoff, Karl Weber, Otto Metzger, Werner Schoch, Walter Danner und Werner Fischer geleitet wurde. Seit dem Sportkreisjugendtag am 07. Oktober 2006 wird die Sportkreisjugend von Petra Hofmann geleitet.
Im Vordergrund aller Aufgabenbereiche des Sportkreises wie der Sportjugend stand und steht jedoch die Unterstützung der Vereine, außerdem die Erfüllung der vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) und der Württembergische Sportjugend (WSJ) an den Sportkreis übertragenen Aufgaben.

Quelle: Chronik zum 50-jährigen Jubiläum des Sportkreises, erstellt von Werner Schoch, überarbeitet von Erich-Hans Dietz.